HP Doppelherz für die Dreier-Flotte

Krifteler Liegeradmanufaktur verdoppelt die Reichweite ihrer E-Trikes: Zweiter Akku harmoniert perfekt mit Dreirad-Konstruktion / System-integrierte Lösung dank Technik von GO SwissDrive / Neues Ladegerät halbiert nahezu die Zeit zum “Nachtanken”.

Wo andere Pedelec-Hersteller über Reichweite reden, fahren die E-Trikes von HP Velotechnik weiter. Und zwar doppelt so weit. Möglich macht das ein zweiter Akku. Der ist wie der erste fest auf einer Schiene unter dem Sitz der flotten Liegeräder installiert. Den Clou bei dieser Weltneuheit für Dreiräder konnten sich Ende August bereits die Besucher der Eurobike, der weltweiten Leitmesse der Fahrradbranche, anschauen: Der Fahrer kann mit einem Handgriff vom leeren auf den vollen Akku wechseln. Den Doppelschub als optionale Ausstattungsvariante haben die Krifteler ab Herbst 2013 im Programm.

Bei dem bis zu 25 km/h flinken E-Trike Gekko fx setzt HP Velotechnik auf das leistungsstarke System des Schweizer Herstellers GO SwissDrive. Der Akku mit 446 Wh Kapazität (36,2 V und 12,4 Ah) treibt einen 250-W-Motor mit einem Drehmoment von über 40 Nm an. Die Reichweite vergrößert sich mit Doppel-Akku auf bis zu 210 Kilometer. Der Preis für das mit wenigen Handgriffen faltbare Rad beträgt 5628,- € (Grundpreis Gekko fx ohne E-Antrieb wie bisher 2290,- €).

Ebenfalls mit doppelter Reichweite ist nun auch das bis zu 45 km/h unterstützende Scorpion S-Pedelec unterwegs. Der Akku von Varta leistet 530 Wh (36,5 V und 14,5 Ah) und treibt den 500-W-Motor mit einem Drehmoment von über 40 Nm an. Gerade an einem “Kilometerfresser” wie dem S-Pedelec liefert der zweite Akku das entscheidende Plus: Damit sind 130 Highspeed-Kilometer möglich. Der Preis für das Rad beträgt 7889,- € (Grundpreis S-Pedelec Scorpion fs 26 wie bisher 6990,- €).

Die Doppel-Strategie der Liegerad-Spezialisten aus dem Großraum Frankfurt ist mehr als eine reine Komfort-Neuerung. Sie hat einen weit reichenden funktionalen Aspekt. Anders als beim konventionellen Rad, an dem für den üblichen Akku meist nur im Rahmen oder mit schlechtem Schwerpunkt hoch am Gepäckträger Platz ist, lässt sich am Dreirad der Doppeltank sehr tief rechts und links symmetrisch anbringen. Das harmoniert nicht nur perfekt mit den konstruktiven Eigenheiten, das Fahrzeug gewinnt dadurch an Fahrstabilität und hat mehr Traktion am Hinterrad. Dem Mehr für Bodenhaftung und Fahrdynamik sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Im Unterschied zu vereinzelt aufgetauchten Zwei-Akku-Lösungen an konventionellen, aufrechten Rädern vertragen die Trikes Powerpacks in fast jeder beliebigen Größe.

Herzenswunsch der Kunden

“In unzähligen Gesprächen mit unseren Endkunden haben wir immer wieder einen Wunsch zu hören bekommen: Den nach mehr Reichweite”, erläutert Paul Hollants, Geschäfts-führer von HP Velotechnik, die Beweggründe für die Innovation. Entscheidender Punkt gerade für Distanz-Radler ist das sichere Ankommen: “Um nicht unterwegs mit leerem Tank liegen zu bleiben, greifen viele zu Notlösungen wie dem Zweit-Akku im Tourgepäck”, weiß Hollants. “Das alles ist jetzt überflüssig: Wir bieten die umfassende, system-integrierte Lösung.” Deshalb wird es das Doppelherz für die gesamte Dreier-Flotte der Liegerad-Spezialisten geben. Wobei der Kunde natürlich im bewährten HP Velotechnik- Baukastensystem weiterhin wählen kann, ob er seinen “Dreier” mit einem oder zwei Akkus auf Touren bringt.

Für Chefentwickler Daniel Pulvermüller, der gemeinsam mit Paul Hollants die Liegerad-Manufaktur führt, ist klar: “Mit unserer Doppelakku-Option sind wir in der Reichweiten-Diskussion einen großen Schritt voraus.”

Mit der Neuerung unterstreichen die Spezialradhersteller, künftig in der E-Mobilität auch Lösungen jenseits der Kurzstrecke anbieten zu wollen. Tretunterstütztes Radeln wird damit selbst auf der Mittelstrecke hoch attraktiv. “Ob Pendler, Tourenfahrer oder Radreisender – wenn Sie abends aus dem Sitz steigen, sind Sie bei uns noch lange nicht im roten Bereich”, ist sich Paul Hollants sicher. Und fügt mit einem Schmunzeln an: “Wenn morgen jemand mit einem Akku kommt, der bei selber Größe und Gewicht 150 Kilometer Reichweite schafft, lehnen wir uns bei HP Velotechnik entspannt zurück und sagen: Wir verdoppeln.”

Schneller Durchtanken: Neue Ladegeräte

Durch die Kooperation mit GO SwissDrive rüsten die Krifteler Liegeradspezialisten auch in punkto Ladegerät auf. Die neue “Tankstelle” für das 250-W-System am Gekko fx senkt mit ihren 5 Ampere Ladestrom die Ladezeit für einen Akku auf die Dauer einer ausgedehnten Mittagspause. Im Vergleich zu den üblichen Zeiten (4 bis 5 Stunden bei Stationen mit um die 2 Ampere) ist das ein gewaltiger Komfortgewinn gerade für Radreisende. Auch für das 500-W-System beim S-Pedelec Scorpion halbiert sich die Ladezeit nahezu: Mit den 4 Ampere Ladestrom ist das Fahrzeug nach 3,5 Stunden zur Weiterfahrt bereit.

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